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Archiv des Instituts für Sozialforschung (IfS)
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Unterlagen zur sogenannten Gruppenstudie

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Signatur

Sign. F2 6 und F2 82

Datierung

1950/51

Maße

H 30 cm, B 21 cm; H 21 cm, B 29,5 cm

Material

Entwurf zur 2. Fassung des Briefes von Coleburn und Auswertungsgrafik zum Thema Schuld

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Unterlagen zur sogenannten Gruppenstudie

von Judith Blume

Zurück aus dem Exil widmete sich das 1950 wieder eröffnete Institut für Sozialforschung in einer groß angelegten Studie den Einstellungen der bundesdeutschen Bevölkerung hinsichtlich Krieg, Demokratie und den Verbrechen des Nationalsozialismus. Um auch die sonst öffentlich nicht artikulierten Emotionen mit einzubeziehen, entwickelten die Institutsmitglieder neue Forschungsmethoden und kombinierten standardisierte Einzelbefragungen erstmalig mit Gruppendiskussionen. Ausgangspunkt der Diskussion war ein sogenannter »Gruppenreiz«, der durch seinen provokanten Inhalt eine emotionale Diskussion in Gang setzen sollte. Ein fingierter Leserbrief eines ehemaligen amerikanischen Sergeanten, der von TheodorW. Adorno (1903 – 1969) mit englischem Akzent auf eine Schallplatte aufgesprochen wurde, schildert dessen angebliche Erfahrungen in Deutschland. Ausdrücklich wurde die Diskussionsleitung dazu aufgefordert, affektive Äußerungen zu fördern. Die Diskussionen wurden auf Tonband aufgezeichnet und transkribiert. Grafische Darstellungen fassten die Ergebnisse der Auswertung zusammen, die 1955 unter dem Titel Gruppenstudie. Ein Studienbericht veröffentlicht wurden. Sämtliche Forschungsunterlagen befinden sich heute im Archiv des Institutes und geben nicht nur Einblick in die Mentalität der frühen Bundesrepublik, sondern auch in die Forschungsmethoden der Sozialwissenschaft.

Dieses Objekt war in der Jubiläumsausstellung "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität" 2014/2015 zu sehen. Der erläuternde Text wurde für die Ausstellung bzw. den begleitend erschienenden Katalog verfasst.

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Über die Plattform


Entstehungskontext der Plattform

Die Plattform wurde von der Studiengruppe "sammeln, ordnen, darstellen" am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften entwickelt und im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Goethe-Universität im Jahr 2014 eröffnet. Ihr Aufbau war eng mit der Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität“ verknüpft, die von Oktober 2014 bis Februar 2015 im Museum Giersch der Goethe-Universität zu sehen war. Viele der Objekterzählungen waren auch in der Ausstellung zu lesen und sind im Katalog abgedruckt worden; viele Ausstellungstexte haben wiederum den Weg in die Plattform gefunden. Ebenso wurden die auf der Plattform gezeigten Filme sowie viele der Fotografien eigens für die Ausstellung produziert.

Leitung der Studiengruppe und Herausgabe der Plattform

Dr. Judith Blume (heute: Koordinatorin der Sammlungen an der Goethe-Universität)
Dr. Vera Hierholzer (bis 2018; heute: Direktorin des Museums für Industriekultur in Osnabrück)
Dr. Lisa Regazzoni (bis 2020; heute: Professur für Theorie der Geschichte an der Universität Bielefeld)

Betreuung der Plattform

Sammlungskoordination der Goethe-Universität
Universitätsbibliothek Johann-Christian-Senckenberg
sammlungen@uni-frankfurt.de

Programmierung

Sven Winnefeld
www.winkin-verlag.de

Design

FGS Kommunikation – Steffen Grzybek, Martin Schulz GbR
www.fgs-kommunikation.de

Developed By

Jatinkumar Nakrani
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Github

Team der Jubiläumsausstellung "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität" von 2014

Dr. Charlotte Trümpler (Projektleitung und Kuratorin; Autorenkürzel: CT)
Dr. Judith Blume (Kuratorin, Autorenkürzel: JB)
Dr. Vera Hierholzer (Kuratorin, Autorenkürzel: VH)
Dr. Lisa Regazzoni (wissenschaftliche Mitarbeit, Autorenkürzel: LR)

Fotografien

Die Fotografien wurden von den einzelnen Sammlungen oder Autoren zur Verfügung gestellt sowie von Tom Stern (Sammlungsräume und Objekte), Uwe Dettmar (Objekte) und Jürgen Lechner (Objekte) angefertigt. Die Nachweise finden Sie bei den entsprechenden Abbildungen. Sollte trotz sorgfältiger Recherche ein Rechteinhaber oder Fotograf nicht genannt sein, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis.

Filmproduktion

Sophie Edschmidt (Regie und Schnitt)
Philipp Kehm (Kamera)
Philipp Gebbe (Musik)
Dr. Charlotte Trümpler (Idee und Beratung)

Finanzierung